Kurt Wieland beim Stimmen eines Flügels: präzise Klavier‑Stimmtechnik mit Stimmhammer und Stimmkeilen.

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Klavierstimmtechnik – wie aus Methode, Handwerk und Gehör ein harmonischer Klang entsteht


Diese Seite zeigt Schritt für Schritt, wie die Stimmtechnik praktisch umgesetzt wird: wie die Stimmtonhöhe ermittelt und die Stimmung gleichstufig über die gesamte Klaviatur aufgebaut wird, warum nicht alle Intervalle mathematisch rein gestimmt werden und welche Rolle die Stimmkurve spielt.

Geöffnetes Klavier mit Hammermechanik, Stimmhammer, Stimmkeilen, elektronischem Stimmgerät und Stimmgabel.

Wie ein Klavier gestimmt wird – ein Überblick

Um ein Klavier zu stimmen, müssen rund 230 Saiten so aufeinander abgestimmt werden, dass über die gesamte Klaviatur ein ausgewogenes und musikalisch stimmiges Klangbild entsteht. Die Klavierstimmtechnik verbindet dabei mathematisch berechnete Tonhöhen mit der Bauweise des Instruments, den Eigenschaften der Saiten und vor allem mit dem Gehör des Klavierstimmers.

Ausgehend vom Kammerton A4 – meist 440 Hz – wird die Stimmung Schritt für Schritt über die gesamte Klaviatur aufgebaut. Grundlage dafür ist die gleichstufige Stimmung: Die Oktave wird in zwölf gleich grosse Halbtonschritte unterteilt. Dadurch können alle zwölf Tonarten unter denselben stimmtechnischen Voraussetzungen gespielt werden. Damit dies möglich ist, weichen die meisten Intervalle geringfügig von mathematisch reinen Frequenzverhältnissen ab – sie werden temperiert.

Beim realen Klavier kommt eine weitere Besonderheit hinzu: Die theoretisch berechneten Frequenzen der gleichstufigen Stimmung können nicht über die gesamte Klaviatur unverändert übernommen werden. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Klaviersaiten werden die hohen Töne zunehmend etwas höher und die tiefen Töne zunehmend etwas tiefer gestimmt, als es die theoretische Berechnung erwarten liesse. So entsteht die für jedes Instrument charakteristische Stimmkurve, die weiter unten ausführlich beschrieben wird.

Beim Stimmen werden die einzelnen Saiten auf die daraus resultierenden Zieltonhöhen gebracht, die zwei oder drei Saiten vieler Einzeltöne genau aufeinander abgestimmt und die Intervalle über die gesamte Klaviatur kontrolliert.

Zunächst werfen wir einen Blick ins Innere des Klaviers und betrachten die wichtigsten Bauteile, die Hammermechanik, die Dämpfer und die Besaitung von Klavier und Flügel. Anschliessend verfolgen wir Schritt für Schritt, wie eine zusammenhängende Stimmung entsteht – vom Referenzton über die gleichstufige Temperierung und die Oktaven bis zur Stimmkurve und zur abschliessenden Kontrolle mit Gehör und technischen Hilfsmitteln.

Wie funktionieren Klavier und Flügel?

Ein Blick ins Innere des Klaviers

Offenes Klavier mit ausgebauter Hammermechanik, sichtbaren Tasten, Saiten, Stimmwirbeln und Steg sowie aufgesetztem Stimmhammer – Einblick in die Klavierstimmtechnik.
Offenes Klavier mit ausgebauter Hammermechanik:
Von unten nach oben sind die Tasten, der unter den Saiten verlaufende Steg, die Saiten und die Stimmwirbel zu sehen. Der auf einen Stimmwirbel aufgesetzte Stimmhammer zeigt die praktische Stimmtechnik.

Wer ein Klavier oder einen Flügel öffnet, sieht ein komplexes Zusammenspiel aus Saiten, Stimmwirbeln, Gussrahmen, Stegen, Resonanzboden, Dämpfern und Hammermechanik. Auf der Abbildung oben wurde die Mechanik herausgenommen, um einen freien Blick auf die für das Stimmen wichtigen Bauteile im Inneren des Instruments zu ermöglichen.

Hier zeigt sich zugleich das Grundprinzip der Klavierstimmtechnik: Durch Veränderungen der Saitenspannung wird die Tonhöhe der einzelnen Saiten eingestellt. Die Saiten sind an einem Ende mit den Stimmwirbeln verbunden. Diese sitzen fest im Stimmstock und halten die hohe Saitenspannung. Wird ein Stimmwirbel mit dem Stimmhammer geringfügig gedreht, verändert sich die Spannung der Saite und damit ihre Tonhöhe. Auf diesem Grundprinzip beruht das Stimmen sowohl beim Klavier als auch beim Flügel.

Die Tonhöhe einer Saite wird vor allem durch ihre Länge, ihre Masse pro Längeneinheit und ihre Spannung bestimmt. In der Klavierstimmtechnik bleiben Länge und Masse pro Längeneinheit der Saite unverändert; verändert wird ihre Spannung. Bereits kleinste Bewegungen des Stimmwirbels genügen, um die Tonhöhe hörbar zu verändern. Die Stimmwirbel sitzen dabei fest im Stimmstock, einer massiven, mehrschichtigen Hartholzplatte, die ihnen sicheren Halt gibt und die hohe Zugkraft der Saiten aufnimmt.

Steg eines Flügels mit seitlich geführten Saiten und deren Befestigung im Hintergrund.
Die Schwingungen der Klaviersaite werden über den Steg auf den Resonanzboden übertragen.

Doch die Saite allein erzeugt noch nicht den kräftigen Klang, den wir von einem Klavier oder Flügel kennen. Beim Spielen setzt die Mechanik den Tastendruck in die Bewegung des Hammers um, der die Saite anschlägt.

Hammermechanik und Dämpfer bei Klavier und Flügel

Zu den wichtigen Bauteilen der Mechanik gehören neben den Hämmern auch die Dämpfer. Sie liegen in der Grundstellung an den Saiten an und sorgen dafür, dass diese nicht frei weiterschwingen. Beim Anschlagen einer Taste wird der zugehörige Dämpfer von den Saiten abgehoben, sodass sie frei schwingen können.

Beim Klavier verlaufen die Saiten weitgehend senkrecht. Beim Drücken einer Taste bewegt sich der Hammer nach vorne gegen die zugehörige Saite beziehungsweise den Saitenchor. Gleichzeitig wird der Dämpfer von den Saiten abgehoben.

Hammermechanik eines Klaviers in Grundstellung mit Taste, Hammer, Dämpfer und Saite.

Beim Flügel liegen die Saiten dagegen waagrecht. Deshalb bewegt sich der Hammer beim Drücken der Taste von unten nach oben gegen die Saite. Auch hier wird gleichzeitig der Dämpfer angehoben und gibt die Saite zum Schwingen frei.

Hammermechanik eines Flügels bei gedrückter Taste: Der Hammer bewegt sich von unten gegen die Saite, während der Dämpfer angehoben wird und die Saite zum Schwingen freigibt.

Nach dem Loslassen der Taste kehrt der Hammer in seine Grundposition zurück. Der Dämpfer legt sich wieder auf die Saite und beendet deren Schwingung, sodass der Ton verstummt.

Hammer eines Klaviers schlägt gegen die Saiten, während der Dämpfer von den Saiten abgehoben ist.

Wird das Haltepedal (Fortepedal) betätigt, werden die Dämpfer gemeinsam von den Saiten abgehoben. Dadurch können die angeschlagenen Saiten auch nach dem Loslassen der Tasten weiterschwingen. Gleichzeitig können ihre Schwingungen andere, nicht angeschlagene Saiten in Resonanz versetzen, sofern deren Eigenfrequenzen mit den erzeugten Frequenzen übereinstimmen. Besonders bei Akkorden im mittleren und oberen Bereich der Klaviatur trägt diese sympathetische Resonanz zu einem volleren, wärmeren und räumlicheren Klang bei.

Bei der Wartung kontrolliert der Klavierstimmer auch die Einstellung des rechten Pedals und korrigiert sie bei Bedarf. Die Dämpfer sollten sich bereits bei möglichst geringem Pedalweg vollständig von den Saiten abheben und beim Loslassen des Pedals wieder sicher auf ihnen aufliegen. Eine gute Einstellung ermöglicht es dem Spieler, das Haltepedal mit wenig Kraft und ohne unnötig grossen Pedalweg zu betätigen.

Bei Digitalpianos wird dieser akustische Effekt elektronisch nachgebildet, um den Klang eines akustischen Klaviers möglichst naturgetreu wiederzugeben.

Dämpfermechanik eines Klaviers: links bei gedrücktem Haltepedal mit abgehobenen Dämpfern, rechts in Grundstellung mit an den Saiten anliegenden Dämpfern.
Links: Bei gedrücktem Haltepedal sind alle Dämpfer von den Saiten abgehoben, sodass diese frei schwingen können.
Rechts: In der Grundstellung liegen die Dämpfer an den Saiten an und verhindern deren Nachschwingen.

Auch für die Klavierstimmtechnik muss die Hammermechanik zuverlässig funktionieren. Jeder Ton muss sauber angeschlagen und beurteilt werden können. Klemmt beispielsweise ein Hammer oder kehrt ein bewegliches Teil nicht zuverlässig in seine Ausgangsposition zurück, kann zunächst eine mechanische Korrektur notwendig sein.

Auch der Zustand der Hammerfilze beeinflusst den Klang. Sind sie stark eingekerbt, abgeflacht oder beschädigt, kann der angeschlagene Ton an Klarheit verlieren. Je nach Zustand lassen sich die Hammerfilze fachgerecht abziehen und formen; bei stärkerer Beschädigung kann ein Ersatz erforderlich sein.

Eine mögliche Ursache für Funktionsstörungen ist beispielsweise eine beschädigte Stoßzungenfeder. Dann kann die Stoßzunge nach dem Anschlag nicht mehr zuverlässig in ihre Ausgangsposition zurückkehren, wodurch die schnelle Wiederholung eines Tons erschwert oder verhindert werden kann.

Hammermechanik eines Klaviers mit filzbezogenen Hammerköpfen sowie sichtbaren Dämpfern und Saitenchören.
Die Hammermechanik eines Klaviers:
Im Vordergrund sind die filzbezogenen Hammerköpfe zu sehen, rechts hinten die Dämpfer und Saitenchöre.

Unterschiedliche Besaitung bei Klavier und Flügel

Klavier und Flügel besitzen je nach Bauart ungefähr 220 bis 240 Saiten, obwohl ihre Klaviatur nur 88 Tasten umfasst. Viele Töne werden nämlich nicht von einer einzelnen, sondern von zwei oder drei Saiten erzeugt. In der Mittellage und im Diskant gehören meist drei Saiten zu einem Ton, in tieferen Lagen zwei und im tiefsten Bass häufig nur eine.

Die unterschiedliche Anzahl der Saiten trägt zu einem ausgewogenen Klang über die gesamte Klaviatur bei. Die dünneren Saiten der mittleren und hohen Lagen werden meist zu drei Saiten zusammengefasst, während die dickeren und schwereren Saiten im Bass mit zwei oder im tiefsten Bass mit nur einer Saite auskommen.

Mehrere Saiten, die gemeinsam denselben Ton bilden, werden als Saitenchor oder kurz Chor bezeichnet. Eine wichtige Aufgabe der Stimmtechnik besteht darin, die zugehörigen Saiten genau aufeinander abzustimmen, damit ein solcher Ton klar und geschlossen klingt.

Die Saiten stehen unter hoher Spannung. Auf einer einzelnen Saite können Zugkräfte von mehreren zehn Kilogramm lasten; bei einem grossen Flügel summiert sich die Gesamtzugkraft der Besaitung auf ungefähr 20 Tonnen. Diese hohe Spannung erklärt, weshalb Stimmwirbel, Stimmstock und Gussrahmen besonders stabil ausgeführt sein müssen.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Klavier und Flügel liegt in der Anordnung der Saiten und der Mechanik. Beim Klavier verlaufen die Saiten und der Resonanzboden annähernd senkrecht, und die Hammermechanik befindet sich vor den Saiten. Beim Flügel liegen Saiten und Resonanzboden horizontal, während sich die Mechanik unterhalb der Saiten befindet.

Bei beiden Instrumententypen sind die Saiten in der Regel kreuzsaitig angeordnet: Die Basssaiten verlaufen schräg über den anderen Saiten. Beim Klavier ist diese Überkreuzung aufgrund der kompakten Bauweise und der annähernd senkrechten Anordnung der Saiten besonders gut sichtbar.

Geöffnetes Klavier mit Kreuzbesaitung und schräg über die mittleren und hohen Saiten verlaufenden Basssaiten.
Kreuzbesaitung eines Klaviers – Basssaiten verlaufen diagonal über Mittel- und Diskantsaiten.

Erst das Zusammenspiel von Hammermechanik, Saiten, Stegen und Resonanzboden erzeugt den charakteristischen Klavierklang. Die Hämmer versetzen die Saiten in Schwingung, die Stege übertragen diese Schwingungen auf den Resonanzboden, der sie verstärkt und an die umgebende Luft weitergibt.

Warum sich Klaviere und Flügel verstimmen

Klaviere und Flügel verstimmen sich vor allem durch Veränderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das Holz des Resonanzbodens nimmt je nach Raumklima Feuchtigkeit auf oder gibt sie wieder ab und verändert dabei geringfügig seine Form. Dadurch verändern sich die Spannungsverhältnisse der Saiten und damit auch ihre Tonhöhen.

Da sich nicht alle Saiten gleich stark verändern, können auch die zwei oder drei Saiten eines Saitenchors allmählich auseinanderdriften. Der einzelne Ton verliert dadurch an Klarheit. Gleichzeitig verändern sich die Intervalle und das klangliche Gleichgewicht über die gesamte Klaviatur.

Auch kräftiges und intensives Spielen kann sich auf die Stimmung auswirken. Besonders bei Konzertflügeln kann sich die Tonhöhe einzelner Saiten bereits während einer Aufführung merklich verändern. Hinzu kommen Veränderungen nach einem Transport oder Standortwechsel. Befindet sich das Instrument anschliessend in einem anderen Raumklima, kann es einige Zeit dauern, bis sich Holz, Resonanzboden und Saitenspannung an die neue Umgebung angepasst haben.

Aus der Praxis: Während einer einwöchigen Konzertserie mit dem Jazzpianisten Michel Camilo stimmte ich den Flügel jeden Nachmittag vor dem ersten Konzert und in der anschliessenden Pause vor dem zweiten Konzert erneut. Durch sein ausgesprochen kraftvolles Spiel hatte sich die Stimmung nach jedem Konzert so deutlich verändert, dass jeweils eine etwa halbstündige Nachstimmung erforderlich war.

Werkzeuge der Klavierstimmtechnik

In der Klavierstimmtechnik kommen nur wenige, dafür spezialisierte Werkzeuge zum Einsatz. Das wichtigste mechanische Werkzeug ist der Stimmhammer, mit dem die Stimmwirbel bewegt und dadurch die Spannung der Saiten verändert wird. Stimmkeile dienen dazu, einzelne Saiten eines Saitenchors vorübergehend abzudämpfen, damit die jeweils zu stimmende Saite einzeln gehört werden kann.

Bei meiner Arbeit verwende ich zusätzlich eine professionelle Stimmsoftware, deren Funktion weiter unten ausführlicher beschrieben wird.

Diese Werkzeuge müssen in der Stimmtechnik fachgerecht eingesetzt werden. Dies gilt sowohl für die präzise Arbeit mit dem Stimmhammer als auch für den richtigen Einsatz der Stimmsoftware. Das Gehör übernimmt während des gesamten Stimmvorgangs eine wichtige Kontrollfunktion.

Der Stimmhammer – präzise Arbeit am Stimmwirbel

Stimmhammer auf einem Stimmwirbel eines Klaviers. Der formschlüssig sitzende Stimmhammer dient zum präzisen Drehen des Stimmwirbels und zum Einstellen der Saitenspannung während der Klavierstimmung.

Der Stimmhammer – auch Stimmschlüssel genannt – ist das wichtigste mechanische Werkzeug des Klavierstimmers. Er besitzt einen langen Hebelarm und einen passenden Aufsatz, der formschlüssig auf den Vierkant des Stimmwirbels gesetzt wird. Durch kleine, kontrollierte Drehbewegungen lässt sich der Wirbel bewegen und damit die Spannung der betreffenden Saite verändern.

Dabei wird der Stimmwirbel gezielt so bewegt, dass sich die gewünschte Saitenspannung stabil einstellt. Zwischen Stimmwirbel und schwingendem Teil der Saite verläuft die Saite über mehrere Kontakt- und Umlenkpunkte. Durch die dort entstehende Reibung verteilt sich eine Veränderung der Spannung zunächst unterschiedlich auf die einzelnen Saitenabschnitte. In der Stimmtechnik kommt es deshalb darauf an, die Spannung so zu führen und auszugleichen, dass sie sich über den gesamten Saitenverlauf stabilisiert und der Ton seine eingestellte Höhe möglichst zuverlässig hält.

Entscheidend ist auch, wie der Stimmhammer geführt wird. Seitliche Bewegungen sollten möglichst vermieden werden, da sie die stabile Position des Stimmwirbels im Stimmstock beeinträchtigen können. Auch unnötige Drehbewegungen gilt es zu vermeiden, damit die feste Verankerung des Wirbels nicht stärker als nötig beansprucht wird. Ziel ist es deshalb, die gewünschte Tonhöhe mit möglichst wenigen, gezielten Bewegungen zu erreichen.

Dafür braucht es Erfahrung und ein feines Gefühl für das Zusammenspiel von Stimmhammer, Stimmwirbel und Saitenspannung. Eine stabile Stimmung entsteht nicht allein dadurch, dass eine Saite im Moment der Messung die richtige Tonhöhe besitzt. Entscheidend ist vielmehr, dass der Stimmwirbel so gesetzt und die Spannung der Saite so ausgeglichen ist, dass der Ton auch nach kräftigem Anschlagen seine Tonhöhe möglichst zuverlässig hält.

Dämpferwerkzeuge – Stimmkeile zum gezielten Abdämpfen von Saiten

Klavierstimmer Kurt Wieland schiebt beim Stimmen eines Flügels einen Stimmkeil zwischen die Saiten.“

Viele Töne eines Klaviers oder Flügels werden von zwei oder drei Saiten erzeugt, die zusammen einen Saitenchor bilden. Damit zunächst eine einzelne Saite gestimmt werden kann, müssen die anderen vorübergehend mit Dämpferwerkzeugen abgedämpft werden. Dazu werden Stimmkeile zwischen die Saiten eingesetzt, sodass die betreffenden Saiten nicht mitschwingen.

Bei einem Chor aus drei Saiten werden zunächst zwei Saiten abgedämpft, sodass nur eine Saite frei schwingen kann. Diese wird auf die gewünschte Tonhöhe gestimmt und dient anschließend als Referenz für die beiden anderen. Danach wird die zweite Saite freigegeben und auf die erste gestimmt, während die dritte weiterhin abgedämpft bleibt. Zum Schluss wird auch die dritte Saite freigegeben und präzise auf die beiden bereits gestimmten Saiten abgestimmt.

Gummi-Stimmkeile dämpfen zwei Saiten eines dreisaitigen Chors beim Klavier ab, sodass nur die mittlere Saite schwingt.

Stimmkeile gibt es in unterschiedlichen Materialien, Formen und Größen. Schlanke Gummi-Stimmkeile sind in verschiedenen Farben erhältlich und können beim Stimmen von Klavieren und Flügeln eingesetzt werden. Daneben gibt es Stimmkeile aus Filz oder Leder, die je nach Instrument und Einsatzbereich Vorteile bieten. Manche Gummi-Stimmkeile sind mit einem Metallstab und einem Ring als Griff versehen. Dadurch lassen sie sich auch an weniger gut zugänglichen Stellen leichter einsetzen und wieder entfernen.

Bei der Stimmtechnik des Flügels sind verschieden große Stimmkeile besonders praktisch. Da sich die Hämmer unterhalb der Saiten befinden, sind die Saiten von oben direkt zugänglich. Die Keile können je nach vorhandenem Zwischenraum mehr oder weniger tief zwischen die Saiten geschoben werden. Besonders im Diskant sind die Platzverhältnisse aufgrund der kurzen Saiten teilweise sehr eng, sodass kleinere Stimmkeile leichter eingesetzt werden können.

Filz-Stimmkeile für Flügel bestehen beispielsweise aus imprägniertem Filz und können etwa 15 mm breit sein. Sie sind auch bei mit Kupfer umsponnenen Saiten empfehlenswert, da Gummi- oder Kunststoff-Stimmkeile je nach Anwendung Farbabrieb auf der Kupferumspinnung verursachen können.

Filz-Stimmkeile zwischen den Saiten eines Flügels zum gezielten Abdämpfen einzelner Saiten beim Stimmen.

Bei der Stimmtechnik des Klaviers befinden sich die Hämmer dagegen vor den Saiten. Kleine Stimmkeile können auch hier verwendet werden, wenn die Saiten entsprechend zugänglich sind. Häufig müssen die Dämpferwerkzeuge jedoch zwischen den Hämmern hindurchgeführt werden, um die Saiten zu erreichen.

Dafür gibt es unter anderem belederte Holz-Stimmkeile für den Diskantbereich. Ihr langer runder Holzgriff ermöglicht es, sie zwischen den Hämmern hindurchzuführen. Eine geschlitzte Ausführung erlaubt das gezielte Abdämpfen einzelner Saiten beim Stimmen.

Belederter Holz-Stimmkeil zum gezielten Abdämpfen von Saiten beim Stimmen eines Klaviers.

Ein weiteres Werkzeug ist der Diskant-Stimmkeil aus Nylon mit Feder. Er ist etwa 200 mm lang und dient zum gezielten Abdämpfen von Diskantsaiten. In der Grundstellung hält die Feder die beiden Griffe auseinander und die gegenüberliegenden Schenkel nahe beieinander. Werden die Griffe zusammengedrückt, öffnen sich die Schenkel je nach ausgeübtem Druck mehr oder weniger weit. Durch die zahlreichen Zwischenstellungen kann der Stimmkeil auf unterschiedliche Weise zwischen den Saiten eingesetzt werden – je nachdem, welche Saiten abgedämpft werden sollen.

Zwei Diskant-Stimmkeile aus Nylon mit Federn auf schwarzer Unterlage.

Das Gehör spielt beim Abstimmen der Saiten eines Chors eine besonders wichtige Rolle. Kleine Tonhöhenunterschiede zwischen zwei Saiten erzeugen hörbare Schwebungen. Je näher ihre Frequenzen beieinanderliegen, desto langsamer werden diese Schwebungen, bis sie bei sehr präziser Übereinstimmung der Saiten nahezu verschwinden. Die einzelnen Saiten verschmelzen dann zu einem gemeinsamen, klaren und homogenen Klang.

Dämpferwerkzeuge sind einfach, aber für die Stimmtechnik unverzichtbar: Mit ihnen lassen sich die einzelnen Saiten eines Chors isolieren und anschließend präzise aufeinander abstimmen.

Stimmsoftware – Tonhöhe und Stimmkurve erfassen

ablet mit professioneller Stimmsoftware zur Kontrolle der Tonhöhe beim Klavierstimmen.

Neben den mechanischen Werkzeugen gehört bei meiner Arbeit auch eine professionelle Stimmsoftware zu den Hilfsmitteln beim Klavierstimmen. Über das Mikrofon eines Laptops oder Tablets erfasst sie die gespielten Töne und zeigt an, wie ihre gemessene Tonhöhe von der jeweiligen Zieltonhöhe abweicht.

Zu Beginn der Stimmung messe ich etwa 30 über die gesamte Klaviatur verteilte Töne. Die Software zeigt dabei an, ob diese Töne bezogen auf die eingestellte Tonhöhe des Kammertons A4 insgesamt eher zu hoch oder zu tief liegen. Anschliessend passe ich die Einstellung für A4 schrittweise so an, dass die Abweichungen der gemessenen Töne über die gesamte Klaviatur möglichst gering werden. Auf diese Weise lässt sich die für den aktuellen Zustand des Instruments günstigste Stimmtonlage bestimmen.

Davon zu unterscheiden ist die Stimmkurve. Sie berücksichtigt, dass die Zieltonhöhen eines Klaviers oder Flügels nicht über den gesamten Tonumfang exakt der mathematischen Theorie folgen. Um eine zum Instrument passende Stimmkurve zu berechnen, berücksichtigt die Software die Art und Grösse des Klaviers oder Flügels, die Tonhöhe der tiefsten glatten Saite und die Obertöne von etwa 20 in verschiedenen Lagen gemessenen Tönen. Aus diesen Informationen berechnet sie die individuellen Zieltonhöhen über die ganze Klaviatur. Die gleichstufige Stimmung bildet dabei das theoretische Grundgerüst, während die Stimmkurve dieses an das reale Schwingungsverhalten der Saiten des jeweiligen Instruments anpasst. Wie diese Abweichungen entstehen und welche Rolle sie in der Stimmtechnik spielen, wird weiter unten ausführlich erklärt.

Während des anschliessenden Stimmens dient die Software als präzise technische Orientierung für die Zieltonhöhen der einzelnen Saiten. Die klangliche Beurteilung und Kontrolle erfolgt zusätzlich über das Gehör.

Die Stimmgabel – der klassische Referenzton

Waagrecht liegende Stimmgabel für den Kammerton A4 mit 440 Hz.

Die Stimmgabel gehört zu den traditionellen Werkzeugen des Klavierstimmers. Eine Stimmgabel für den Kammerton A4 erzeugt nach dem Anschlagen einen weitgehend reinen Ton mit einer festgelegten Frequenz, üblicherweise 440 Hz. Beim Stimmen nach Gehör kann dieser Ton als akustischer Bezugspunkt für die Stimmung dienen.

Klavierstimmtechnik – wie wird ein Klavier gestimmt?

Die grundlegende Stimmtechnik ist bei Klavier und Flügel dieselbe. Die Stimmung erfolgt in mehreren Schritten – von der Bestimmung der Ausgangstonhöhe über die präzise Einstellung der einzelnen Saiten bis zur abschliessenden musikalischen Kontrolle.

Die Stimmtonlage bestimmen – der Kammerton A4 als Bezugspunkt

Am Anfang steht die Frage, auf welcher Tonhöhe das Instrument sinnvollerweise gestimmt werden soll. Die Bestimmung der geeigneten Stimmtonlage ist ein entscheidender erster Schritt der Stimmtechnik. Dafür genügt es nicht, lediglich einen einzelnen Ton zu messen. Mit einer professionellen Stimmsoftware überprüfe ich eine Serie von Tönen über die gesamte Klaviatur.

Die Software berechnet eine auf das Instrument abgestimmte Stimmkurve und zeigt bei jedem angespielten Ton an, ob seine Tonhöhe unter, auf oder über dieser Kurve liegt. Gleichzeitig wird die Abweichung von der jeweiligen Zieltonhöhe in Cent angezeigt.

Die optimale Stimmtonlage wird von der von mir verwendeten Software jedoch nicht automatisch aus der Gesamtheit der überprüften Töne ermittelt. Deshalb bestimme ich sie schrittweise selbst. Ich verändere die eingestellte Tonhöhe des Kammertons A4 und beobachte, wie sich die Abweichungen der einzelnen Töne gegenüber der berechneten Stimmkurve verteilen. Liegt die Mehrzahl der Töne unterhalb dieser Kurve, stelle ich A4 tiefer ein; liegen die meisten darüber, stelle ich A4 höher ein.

Diesen Vergleich wiederhole ich so lange, bis ich die Stimmtonlage gefunden habe, bei der die Abweichungen der überprüften Töne von der berechneten Stimmkurve insgesamt möglichst gering sind. Dadurch lässt sich die notwendige Veränderung der Tonhöhe des Instruments auf ein sinnvolles Minimum begrenzen. Beim anschliessenden Stimmen müssen die einzelnen Saiten zwar weiterhin auf ihre jeweiligen Zieltonhöhen gebracht werden – bei stark verstimmten Instrumenten können dabei auch grössere Korrekturen erforderlich sein. Durch die möglichst genau bestimmte Stimmtonlage werden jedoch unnötig grosse Tonhöhenveränderungen des gesamten Instruments vermieden.

Der Kammerton A4 dient als Bezugspunkt, um diese Stimmtonlage anzugeben. Ergibt sich auf diese Weise beispielsweise eine Stimmtonlage von A4 = 435 Hz, bedeutet dies, dass das Instrument insgesamt deutlich unter der heute üblichen Referenz von 440 Hz liegt. Dies ist insbesondere bei Klavieren und Flügeln der Fall, die längere Zeit nicht gestimmt wurden und deren Tonhöhe allmählich abgesunken ist.

Heute ist A4 = 440 Hz eine weit verbreitete Referenz, insbesondere wenn ein Klavier zusammen mit anderen Instrumenten oder mit auf diese Tonhöhe abgestimmten Aufnahmen gespielt oder in einem Aufnahmestudio mit elektronischen Instrumenten und digitalen Musikproduktionssystemen eingesetzt werden soll. Diese Referenz ist jedoch nicht allgemeingültig: Je nach Instrumenten, Ensembles, Epoche und musikalischer Praxis werden auch andere Stimmtonhöhen verwendet. In manchen Sinfonieorchestern werden die Instrumente beispielsweise auf A4 = 442 Hz gestimmt.

Bei der Aufführung Alter Musik auf historischen Instrumenten können zudem andere Stimmtonhöhen sowie historische Stimmungen wie die Werckmeister-Stimmung verwendet werden. Diese Möglichkeiten werden weiter unten auf dieser Seite beschrieben.

Infografik zu möglichen Stimmtonlagen des Kammertons A4 von 436 bis 442 Hz, mit 440 Hz als heutigem internationalem Standard.

Die Stimmtonlage kann auch an besondere Situationen angepasst werden. Einmal stimmte ich ein Klavier von A4 = 440 Hz auf etwa 436 Hz herunter, damit es zur Tonhöhe der Blockflöten zweier Kinder passte. Dadurch konnte ihre Flötenlehrerin die Kinder auf dem Klavier in derselben Tonlage begleiten.

In der Praxis liegen die von mir gestimmten Klaviere und Flügel ohnehin nicht immer genau bei 440 Hz. Ihre aktuelle Stimmtonlage liegt insbesondere dann, wenn sie längere Zeit nicht gestimmt wurden, häufig zwischen etwa A4 = 430 und 440 Hz. In diesem Fall muss entschieden werden, ob die vorhandene Tonhöhe beibehalten, korrigiert oder schrittweise angehoben werden soll.

Die gemessene Stimmtonlage bestimmt jedoch nicht automatisch, auf welcher Tonhöhe das Instrument gestimmt werden sollte. Liegt ein Klavier beispielsweise bei A4 = 435 Hz, kann es sinnvoll sein, diese Tonhöhe beizubehalten, wenn es nicht zusammen mit anderen Instrumenten gespielt werden soll, die auf A4 = 440 Hz oder eine andere festgelegte Stimmtonhöhe gestimmt sind. Dadurch wird eine deutliche Erhöhung der Saitenspannung mit den damit verbundenen Veränderungen der Kräfte im Instrument vermieden. Dies kann zugleich dazu beitragen, eine möglichst stabile Stimmung zu erreichen.

Soll ein Klavier oder Flügel dagegen beispielsweise von A4 = 435 Hz auf A4 = 440 Hz angehoben werden, muss die Spannung der Saiten erhöht werden. Eine solche Tonhöhenkorrektur ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden und kann eine spätere Nachstimmung erforderlich machen. Die endgültige Stimmtonlage wird deshalb mit dem Kunden abgesprochen. Alternativ lässt sich die Tonhöhe bei den jährlichen Stimmungen schrittweise anheben, bis nach einigen Jahren die gewünschte Stimmtonlage von A4 = 440 Hz erreicht ist.

Ist die Stimmtonlage festgelegt, kann die eigentliche Stimmung beginnen. Die einzelnen Saiten müssen nun auf ihre jeweilige Zieltonhöhe gebracht und präzise aufeinander abgestimmt werden.

Die gleichstufige Stimmung – zwölf gleich grosse Halbtonschritte

Ist die Stimmtonlage festgelegt, stellt sich die nächste grundlegende Frage: In welchen Tonhöhenabständen sollen die einzelnen Töne innerhalb einer Oktave zueinander stehen? Beim modernen Klavier bildet dafür die gleichstufige Stimmung die Grundlage.

Bei dieser Stimmung wird die Oktave in zwölf gleich grosse Halbtonschritte unterteilt. Die Frequenz steigt dabei von einem Halbton zum nächsten jeweils um denselben Faktor. Nach zwölf Halbtonschritten ist die nächste Oktave erreicht, deren Frequenz theoretisch genau doppelt so hoch liegt wie die des Ausgangstons.

Diese gleichmässige Aufteilung ist ein musikalischer Kompromiss. Würde man bestimmte Intervalle wie Quinten oder Terzen nach mathematisch reinen Frequenzverhältnissen stimmen, könnten zwar einzelne Tonarten besonders rein und harmonisch klingen. Gleichzeitig würden sich die Abweichungen jedoch bei anderen Tonarten so stark auswirken, dass diese deutlich weniger gut oder teilweise kaum brauchbar wären.

Bei der gleichstufigen Stimmung wird die Oktave so aufgeteilt, dass alle zwölf Halbtonschritte mathematisch gleich gross sind. Dadurch sind – theoretisch betrachtet – alle zwölf Tonarten unter denselben Voraussetzungen spielbar. Quinten, Terzen und andere Intervalle weichen dabei geringfügig von ihren mathematisch reinen Frequenzverhältnissen ab. Diese gezielte Veränderung reiner Intervalle wird als Temperierung bezeichnet.

Historisch entwickelte sich dieses Prinzip über verschiedene Stimmungssysteme. Zur Zeit Johann Sebastian Bachs wurden bereits wohltemperierte Stimmungen verwendet, mit denen Musik in allen Dur- und Molltonarten gespielt werden konnte. Bach demonstrierte diese Möglichkeiten mit seinem Wohltemperierten Klavier, das Präludien und Fugen in sämtlichen Dur- und Molltonarten enthält. Die damaligen wohltemperierten Stimmungen waren jedoch nicht unbedingt mit der heute üblichen gleichstufigen Stimmung identisch: Die einzelnen Tonarten konnten weiterhin unterschiedliche klangliche Charaktere besitzen.

Die moderne gleichstufige Stimmung führt das Prinzip konsequent weiter, indem alle zwölf Halbtonschritte mathematisch gleich gross angelegt werden. Sie bildet damit das theoretische Grundgerüst der heutigen Klavierstimmung. Beim realen Klavier müssen diese berechneten Tonhöhen allerdings noch an die physikalischen Eigenschaften der Saiten angepasst werden. Diese zusätzliche Anpassung führt zur Stimmkurve, die weiter unten ausführlich erklärt wird.

Die Saiten präzise auf Tonhöhe bringen

Beim Stimmen wird zunächst eine einzelne Saite eines Tons isoliert und auf die für diesen Ton vorgesehene Zieltonhöhe gebracht. Anschliessend werden die übrigen Saiten des Chors nacheinander freigegeben und so genau an die erste Saite angeglichen, dass keine störenden Schwebungen mehr hörbar sind.

Dabei kommt es nicht nur darauf an, die gewünschte Tonhöhe zu erreichen. Der Stimmwirbel muss kontrolliert gesetzt und die Spannung der Saite so ausgeglichen werden, dass die erreichte Tonhöhe möglichst stabil bleibt.

Muss die Tonhöhe eines Instruments deutlich angehoben werden, stimme ich die zu tief liegenden Saiten im ersten Durchgang bewusst etwas über ihre angestrebte Tonhöhe hinaus. Dabei gilt als Faustregel: Je weiter eine Saite unter der Zieltonhöhe liegt, desto weiter wird sie zunächst über diese hinaus angehoben.

Die Saite kann zunächst vorsichtig etwas stärker gespannt und anschliessend kontrolliert wieder entlastet werden, bis die für den ersten Durchgang angestrebte Tonhöhe erreicht ist. Dieses Vorgehen unterstützt den Spannungsausgleich innerhalb der Saite und trägt dazu bei, dass sich die erreichte Tonhöhe besser stabilisiert.

Durch die veränderten Zugkräfte und den anschliessenden Spannungsausgleich im gesamten Saitensystem sinkt die Tonhöhe der im ersten Durchgang angehobenen Saiten wieder etwas ab. Beim zweiten Durchgang sind deshalb wesentlich kleinere Korrekturen erforderlich, als wenn die Saiten bereits beim ersten Durchgang direkt auf ihre endgültige Zieltonhöhe gestimmt worden wären. Gleichzeitig lässt sich dadurch eine stabilere Stimmung erreichen.

Akustische Kontrolle und Feinkorrektur

Zur Stimmtechnik gehört für mich auch eine akustische Kontrolle des gesamten Instruments: Nach dem eigentlichen Stimmen spiele ich ein paar Stücke an und achte auf Töne, die dabei auffällig klingen.

Fällt mir ein Ton klanglich auf, kontrolliere ich zunächst den entsprechenden Saitenchor. Sind seine zwei oder drei Saiten nicht exakt aufeinander abgestimmt, entstehen Schwebungen, die den Klang des Tons beeinträchtigen können. Bereits eine Tonhöhendifferenz von etwa 2 Cent – ein Cent entspricht einem Hundertstel eines Halbtons – zwischen zwei Saiten eines Chors kann deutlich hörbare Schwebungen hervorrufen. Oft genügt deshalb bereits eine kleine Korrektur innerhalb des Chors, damit sich der Ton wieder natürlich in das Gesamtklangbild einfügt.

Ein in sich sauber gestimmter Saitenchor bedeutet jedoch noch nicht, dass auch seine Tonhöhe im Verhältnis zu den übrigen Tönen stimmt. Alle Saiten eines Chors können gemeinsam geringfügig zu hoch oder zu tief liegen. Deshalb kontrolliere ich anschliessend den klanglichen Verlauf der Oktaven über die gesamte Klaviatur – vom tiefsten Bass bis in den höchsten Diskant – und korrigiere bei Bedarf die Tonhöhe des betreffenden Chors.

Allerdings lassen sich nicht alle klanglichen Unregelmässigkeiten durch Nachstimmen beseitigen. Einzelne Saiten können aufgrund einer unregelmässigen Form oder einer inhomogenen Struktur des Metalls bereits für sich allein unrein klingen und eine hörbare Schwebung aufweisen. Im Zusammenklang mit den übrigen Saiten des Chors fällt diese Unregelmässigkeit jedoch deutlich weniger ins Gewicht. Sie beeinflusst den Klang des Chors in der Regel nur geringfügig, kann für ein geübtes Ohr aber weiterhin hörbar sein.

Die Stimmkurve – warum Bass und Diskant von der Theorie abweichen

Infografik zur Stimmkurve Infografik zur Klavierstimmtechnik mit Stimmkurve über die gesamte Klaviatur vom Bass bis zum Diskant.
Die Stimmkurve beim Stretched Tuning
Die Stimmkurve zeigt den Verlauf der relativen Tonhöhe über die gesamte Klaviatur; A4 = 440 Hz dient als Bezugspunkt.

Wie oben beschrieben, wird die Oktave bei der gleichstufigen Stimmung theoretisch in zwölf gleich grosse Halbtonschritte unterteilt. Ausgehend vom Kammerton A4 = 440 Hz lässt sich daraus die Frequenz jedes Tons anhand seiner Entfernung von A4 in Halbtonschritten berechnen:

f(n) = 440 · 2ⁿ⁄¹²

Dabei bezeichnet n die Anzahl der Halbtonschritte über oder unter A4. Bei einer Oktave beträgt der Abstand zwölf Halbtöne, sodass sich die Frequenz theoretisch verdoppelt beziehungsweise halbiert. A5 liegt damit bei 880 Hz, A3 bei 220 Hz. Über die gesamte Klaviatur ergibt sich auf diese Weise ein mathematisch genau berechenbares Raster von Tonhöhen.

Eine reale Klaviersaite verhält sich jedoch nicht wie eine ideal flexible Saite. Sie schwingt nicht nur als Ganzes mit ihrer Grundfrequenz, sondern gleichzeitig auch in kleineren Abschnitten. Dabei entstehen Teiltöne. Bei einer idealen Saite würden deren Frequenzen in exakten ganzzahligen Verhältnissen zur Grundfrequenz stehen.

Klaviersaiten besitzen jedoch eine gewisse Steifigkeit. Dadurch liegen ihre Teiltöne etwas höher als die theoretischen ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz. Diese als Inharmonizität bezeichnete Abweichung lässt sich näherungsweise durch folgende Beziehung beschreiben:

fₙ ≈ n · f₁ · √(1 + B · n²)

Dabei bezeichnet f₁ die Grundfrequenz der Saite, n die Nummer des jeweiligen Teiltons und B den Inharmonizitätskoeffizienten. Je grösser dieser Koeffizient ist, desto stärker weichen insbesondere die höheren Teiltöne von den idealen Frequenzverhältnissen ab.

Diese Inharmonizität spielt in der Klavierstimmtechnik eine wichtige Rolle. Würde beispielsweise eine obere Saite exakt auf die doppelte Grundfrequenz der eine Oktave tiefer liegenden Saite gestimmt, würde sie nicht vollkommen mit deren entsprechendem Teilton übereinstimmen. Die Oktave könnte dadurch klanglich zu eng wirken.

In der Praxis werden die Oktaven deshalb leicht gedehnt, damit Grundtöne und wichtige Teiltöne der verschiedenen Saiten besser zueinander passen. Misst man die Grundfrequenzen solcher Oktaven nach, können sie insbesondere in den äusseren Bereichen der Klaviatur geringfügig vom mathematisch reinen Frequenzverhältnis 2:1 abweichen. Vereinfacht lässt sich dies an einer mathematisch reinen Oktave von 100 Hz zu 200 Hz zeigen: Beim real gestimmten Klavier könnte die obere Note etwas über 200 Hz liegen. Umgekehrt kann die tiefere Note beim Vergleich nach unten etwas unter der mathematischen Hälfte der oberen Frequenz liegen.

Diese Oktaven entsprechen damit hinsichtlich ihrer Grundfrequenzen nicht mehr exakt dem mathematisch reinen Verhältnis von 2:1, können jedoch akustisch besser passen, weil durch die Inharmonizität der Klaviersaiten wichtige Teiltöne besser aufeinander abgestimmt werden. Über mehrere Oktaven hinweg summieren sich diese kleinen Abweichungen. Dadurch liegen die Grundfrequenzen im Bass zunehmend unter und im Diskant zunehmend über den theoretischen Werten des gleichstufigen Frequenzrasters.

Über die gesamte Klaviatur entsteht dadurch die sogenannte Stimmkurve. In der Mittellage liegen die tatsächlichen Tonhöhen meist noch sehr nahe an den theoretisch berechneten Werten der gleichstufigen Stimmung. Je weiter man sich davon entfernt, desto stärker werden die Abweichungen: Im Diskant werden die Töne zunehmend höher, im Bass zunehmend tiefer gestimmt.

Der Begriff Stretched Tuning oder Stretch darf dabei nicht als eine Spreizung vom Kammerton aus in beide Richtungen verstanden werden. Im Bass wird die Tonhöhe gegenüber der theoretisch berechneten Stimmung zunehmend abgesenkt, während sie im Diskant zunehmend angehoben wird. Dadurch vergrössert sich der Tonhöhenabstand zwischen Tiefbass und Diskant gegenüber der mathematisch berechneten gleichstufigen Stimmung. Vereinfacht gesagt: Läge der tiefste Ton beispielsweise 25 Cent unter und der höchste 25 Cent über dem theoretischen Wert, wäre der gesamte Tonhöhenbereich um 50 Cent – also um einen Viertelton – grösser. Auf diese Vergrösserung des gesamten Tonhöhenbereichs bezieht sich der Begriff Stretch.

Eine solche Stimmsoftware kann die Teiltöne mehrerer Saiten analysieren und daraus Informationen über die Inharmonizität des jeweiligen Instruments gewinnen. Auf dieser Grundlage werden Zieltonhöhen berechnet, die eine zum Instrument passende Stimmkurve ergeben. Die gleichstufige Stimmung bildet dabei das theoretische Grundgerüst, während die Stimmkurve dieses an das reale Schwingungsverhalten der Saiten des jeweiligen Instruments anpasst.

Klavierstimmtechnik mit Gehör und Stimmsoftware

Wie die gleichstufige Stimmung und die zum Instrument passende Stimmkurve in der Praxis umgesetzt werden, hängt von der angewandten Methode ab. Grundsätzlich kann eine Klavierstimmung traditionell nach Gehör oder mithilfe einer professionellen Stimmsoftware aufgebaut werden. Beide Verfahren verfolgen dasselbe Ziel, unterscheiden sich jedoch darin, wie die Stimmung über die Klaviatur aufgebaut und kontrolliert wird.

Beim Stimmen nach Gehör baut der Klavierstimmer in der Mittellage zunächst einen temperierten Referenzbereich auf. Ausgehend vom Kammerton A4 stimmt er eine Folge von Intervallen, insbesondere Quarten und Quinten, und beurteilt deren Schwebungen. Die Intervalle werden dabei so aufeinander abgestimmt, dass die zuvor beschriebene Temperierung entsteht. Je nach angewandter Methode kann eine Oktave oder auch ein grösserer Bereich als Grundlage dienen. Von diesem Referenzbereich aus wird die Stimmung anschliessend über Oktaven nach unten in den Bass und nach oben in den Diskant übertragen.

Beim Stimmen mit professioneller Stimmsoftware stehen dagegen die zuvor berechneten Zieltonhöhen für die einzelnen Töne der Klaviatur zur Verfügung. An diesen Werten kann sich die Stimmung unmittelbar orientieren. Die zum Instrument passende Stimmkurve muss daher nicht schrittweise von einem nach Gehör aufgebauten Referenzbereich auf die übrige Klaviatur übertragen werden, sondern kann kontinuierlich über den gesamten Tonumfang umgesetzt werden.

Der Einsatz moderner Technik ist heute auch in vielen handwerklichen Berufen selbstverständlich. Präzise Mess- und Berechnungsverfahren erleichtern die Arbeit und können das handwerkliche Können sinnvoll ergänzen. Auch beim Klavierstimmen bietet eine professionelle Stimmsoftware insbesondere bei der gleichmässigen Umsetzung der individuellen Stimmkurve eine zuverlässige Orientierung.

In meiner eigenen Arbeit bildet die Stimmsoftware deshalb einen wichtigen Bestandteil der Klavierstimmtechnik. Diese Arbeitsweise hat sich für mich über viele Jahre sowohl bei privaten Instrumenten als auch bei Konzertstimmungen bewährt. Die Software ersetzt jedoch nicht das Gehör: Während sie die Zieltonhöhen über die gesamte Klaviatur vorgibt, kontrolliere ich mit dem Gehör die Reinheit der Saitenchöre, den klanglichen Verlauf der Oktaven und schliesslich den musikalischen Gesamtklang des Instruments. Beide übernehmen damit unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig.

Offenes Cembalo und offenes Hammerklavier mit sichtbaren Saiten und Mechanik.
Offenes Cembalo und Hammerklavier – zwei historische Tasteninstrumente mit unterschiedlicher Bauweise und Klangerzeugung.

Stimmen historischer Tasteninstrumente

Beim Stimmen historischer Tasteninstrumente, insbesondere von Cembali und Hammerklavieren, berücksichtige ich ihre besonderen konstruktiven Eigenschaften sowie den musikalischen Zusammenhang, in dem sie eingesetzt werden. Das Grundprinzip bleibt dasselbe wie bei modernen Klavieren und Flügeln: Die Tonhöhe einer Saite wird durch die Veränderung ihrer Spannung eingestellt. Die Bauweise dieser Instrumente, ihre Saiten sowie die verwendeten Stimmungssysteme und Stimmtonlagen erfordern jedoch eine entsprechend angepasste Vorgehensweise.

Bei vielen Cembali sind zwei Saitenbezüge in gleicher Tonlage vorhanden (2 × 8′); je nach Bauart können weitere Register hinzukommen. Die Saiten sind in der Regel deutlich dünner als bei modernen Klavieren und Flügeln. Zum Stimmen wird ein kleinerer Stimmschlüssel verwendet, und beim Drehen der Stimmwirbel ist entsprechend mehr Feingefühl erforderlich.

Bei Hammerklavieren sind die Saiten ebenfalls meist dünner als bei modernen Klavieren. Zudem liegen die einzelnen Saitenchöre oft sehr dicht nebeneinander. Durch die geringen Abstände kann das Auffinden und sichere Zuordnen der jeweils zu stimmenden Saite etwas aufwendiger sein.

Bei der Aufführung Alter Musik können auf historischen Instrumenten auch historische Stimmungssysteme verwendet werden, die von der heute üblichen gleichstufigen Stimmung abweichen. Je nach Epoche, Komponist und musikalischem Zusammenhang kommen unterschiedliche Temperierungen infrage. Ein Beispiel ist die Werckmeister-III-Stimmung aus dem späten 17. Jahrhundert. Bei solchen wohltemperierten Stimmungen sind die Abweichungen nicht gleichmässig auf alle Tonarten verteilt. Dadurch können einzelne Tonarten und Intervalle einen jeweils eigenen klanglichen Charakter erhalten.

Auch die Stimmtonlage muss dabei nicht dem heutigen Standard von A4 = 440 Hz entsprechen. In der historisch informierten Aufführungspraxis wird für Barockmusik beispielsweise häufig A4 = 415 Hz verwendet, also eine Tonhöhe, die ungefähr einen Halbton unter dem heutigen Standard liegt. Je nach Epoche, Region, Repertoire und Instrument können jedoch auch andere Stimmtonlagen infrage kommen.

Solche historischen Stimmungssysteme lassen sich auch mit moderner Stimmsoftware umsetzen. Dafür können entsprechende Temperierungsdaten ausgewählt oder in die Software geladen werden. Die Software berechnet dann die Zieltonhöhen der einzelnen Töne nach dem gewählten Stimmungssystem und der festgelegten Stimmtonlage. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Cembalo in Werckmeister III bei A4 = 415 Hz gestimmt werden.

Trotz dieser Besonderheiten bleibt das technische Grundprinzip dasselbe: Die Tonhöhe jeder Saite wird präzise eingestellt und die Stimmung so aufgebaut, dass sie den Eigenschaften des Instruments und dem musikalischen Zusammenhang entspricht.

Häufige Fragen zur Klavierstimmtechnik

Wie lange dauert das Stimmen eines Klaviers oder Flügels?

Eine sorgfältige Stimmung dauert in der Regel etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Der genaue Zeitaufwand hängt vom Zustand des Instruments, seiner Stimmhaltung und davon ab, wie stark die aktuelle Tonhöhe von der gewünschten Stimmtonlage abweicht.

Muss die Tonhöhe deutlich angehoben oder abgesenkt werden, kann zusätzlicher Aufwand erforderlich sein. Bei grösseren Tonhöhenkorrekturen sind zudem mehrere Stimmdurchgänge notwendig.

Warum braucht ein Klavier einen professionellen Stimmer, andere Instrumente aber meist nicht?

Bei vielen Saiteninstrumenten wie Gitarre, Geige oder Cello kann der Musiker die Stimmung selbst vornehmen. Die Saiten sind gut zugänglich, und ihre Tonhöhe lässt sich mit den dafür vorgesehenen Wirbeln oder Mechaniken vergleichsweise einfach verändern.

Beim Klavier und Flügel müssen dagegen mehr als 200 Saiten mit hoher Spannung über die gesamte Klaviatur exakt aufeinander abgestimmt werden. Die Stimmwirbel sitzen sehr fest im Stimmstock und werden mit einem speziellen Stimmhammer bewegt. Schon kleinste Drehbewegungen verändern die Tonhöhe einer Saite.

Dabei müssen nicht nur die einzelnen Saiten die richtige Tonhöhe erhalten. Die zwei oder drei Saiten eines Saitenchors müssen genau zusammenklingen, die Intervalle aufeinander abgestimmt und Bass und Diskant entsprechend der individuellen Stimmkurve gestimmt werden. Gleichzeitig müssen die Stimmwirbel so gesetzt werden, dass die Stimmung möglichst stabil bleibt.

Das Stimmen eines Klaviers oder Flügels erfordert deshalb spezielle Werkzeuge, Erfahrung, ein geschultes Gehör und eine entsprechende Klavierstimmtechnik.

Was geschieht, wenn ein Stimmwirbel die Saitenspannung nicht mehr zuverlässig hält?

Ein Stimmwirbel muss ausreichend fest im Stimmstock sitzen, damit die eingestellte Tonhöhe stabil bleibt. Sitzt er zu locker, kann sich die betreffende Saite nach dem Stimmen wieder verstimmen.

Je nach Ursache und Zustand des Instruments können unterschiedliche Reparaturmassnahmen erforderlich sein. Entscheidend ist, dass der Stimmwirbel die Saitenspannung wieder zuverlässig halten kann.

Kann beim Klavierstimmen eine Saite reissen?

Ja, beim Klavierstimmen kann in seltenen Fällen eine Saite reissen. Das geschieht meist beim Erhöhen ihrer Tonhöhe, da dabei die Saitenspannung zunimmt. Besonders gefährdet sind alte, spröde oder bereits vorgeschädigte Saiten, deren Elastizität und Belastbarkeit im Laufe der Jahre nachgelassen haben.

Bei sehr alten Klavieren und Flügeln – insbesondere bei Instrumenten, die über 100 Jahre alt sind – ist beim Anheben der Tonhöhe besondere Vorsicht erforderlich. Vor allem alte Basssaiten können im Laufe der Jahrzehnte spröde werden und an Elastizität verlieren. In solchen Fällen ist es manchmal besser, eine Basssaite etwas unter der theoretisch richtigen Tonhöhe zu belassen, als durch eine weitere Erhöhung der Spannung einen Saitenriss zu riskieren.

Besondere Vorsicht ist auch erforderlich, wenn ein längere Zeit zu tief gestimmtes Instrument wieder auf die normale Stimmtonhöhe von A4 = 440 Hz gebracht wird. Da die Stimmung nach einer stärkeren Tonhöhenkorrektur zunächst wieder etwas absinkt, werden die Saiten beim ersten Stimmdurchgang teilweise geringfügig über ihre endgültige Zieltonhöhe gezogen. Die Spannung muss dabei sehr kontrolliert erhöht werden.

Ein Saitenriss kann auch durch einen Bedienungsfehler entstehen, beispielsweise wenn versehentlich eine andere Saite abgedämpft wurde als beabsichtigt und der Klavierstimmer beim Drehen des Stimmwirbels die Tonhöhe einer Nachbarsaite hört. Deshalb ist eine eindeutige Zuordnung von Stimmwirbel und Saite ebenso wichtig wie eine langsame und kontrollierte Bewegung des Stimmhammers.

Eine sorgfältige Stimmtechnik zeigt sich auch in der kontrollierten Führung des Stimmhammers. Durch eine abgestützte Hand und kleine, gefühlvolle Bewegungen lässt sich vermeiden, dass ein plötzlich nachgebender Stimmwirbel zu weit gedreht und die Saite dadurch unnötig stark gespannt wird.

Reisst dennoch eine Saite, wird sie ersetzt und mehrfach nachgestimmt, bis sich ihre Tonhöhe stabilisiert hat.

Müssen mechanische Probleme vor dem Stimmen behoben werden?

Nicht jedes mechanische Problem verhindert eine Stimmung. Die benötigten Töne müssen jedoch zuverlässig angeschlagen werden können. Klemmt beispielsweise ein Hammer, funktioniert die Mechanik einer Taste nicht richtig oder lässt sich ein Ton nicht zuverlässig spielen, kann zunächst eine kleine Reparatur erforderlich sein. Kleinere Defekte lassen sich häufig im Rahmen der Arbeiten am Instrument beheben.

Klavier oder Flügel stimmen lassen

Sie möchten Ihr Klavier oder Ihren Flügel stimmen lassen? Auf der Seite Klavierstimmen Bern finden Sie weitere Informationen zu meinem Angebot, den Kosten und den Regionen, in denen ich als Klavierstimmer unterwegs bin.

Gerne können Sie mich auch direkt kontaktieren und einen Termin für die Stimmung Ihres Klaviers oder Flügels vereinbaren.

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